• Die Idee findet ihre Wurzeln im Gedankengut der Weiße Rose Mitglieder. So befreit sich auch der Entwurf von äußeren Zwängen und auferlegter Ordnung. Die einzelnen, sehr kompakten Baukörper stehen frei im Areal und vermitteln zwischen der Umgebung.

    Städtebaulich fügen sich die einzelnen Kuben harmonisch in das bestehende Umfeld ein. Straßenfronten und Raumkanten werden aufgenommen und weiter fortgeführt. So entstehen Bereiche und Plätze mit verschieden Aufenthaltsqualitäten, verbunden über einen Rundweg, welcher durch das komplette Planungsgebiet führt und zugleich den historischen Hintergrund der Widerstandsgruppe aufgreift.

    Auf den Spuren  der im Boden eingelassen Flugblätter, durchläuft der Besucher eine Art Bildungspfad. Eingeleitet durch einen zentralen `Weiße Rose Bau` führt der Pfad an sieben weiteren Baukörpern entlang, welche jeweils einem Mitglied der Wiederstandsgruppe gewidmet sind. Informationen zu den Mitgliedern und deren historischem Hintergrund wird über die Fassaden nach außen getragen und schafft gleichzeitig eine Gliederung der einzelnen Bauteile.

    Wir verstehen das Wohnheim als Tor zum Campus. Eingeleitet durch einen repräsentativen Vorplatz und die entstehende Tor-Situation an der Lazarettstraße. Im Wechselspiel zwischen bestehendem historischem Verwaltungsapparat  und modernen Neubau.

    Die luftige Anordnung gestattet den Anwohnern weiterhin ein Hindurchblicken zum angrenzenden Park. Sie schafft es den bestehenden `Grünen Vorhang`, welcher als Pufferzone  zwischen Anwohnern und Wohnheim dient weiter fortzuführen und bietet unter Ausnutzung besonderer topographischer Gegebenheiten Anlass für ein Parkdeck auf zwei Ebenen, welche jeweils ebenerdig befahrbar sind.

    Der nach Westen entstehende zentrale Platz weißt eher urbanen Qualitäten auf. Er dient als Versammlungs- und Aufenthaltsort. Verbunden durch ein bauwerkübergreifendes Sockelgeschoss lassen sich auf diesem Niveau alle Nebennutzung wie, Verwaltung, Forum, Cafeteria etc. vereinen. Ein Geschoss abgesetzt und von den Baukörpern geschützt, finden sich beruhigte, zum Lernen geeignete Bereiche nachweisen.

    Der Entwurf nimmt Bezug auf  städtebaulichen  Situation, nutz die besonderen topographischen Gegebenheiten und vermittelt zwischen Studenten, Anwohnern und Besuchern. Das Raumprogramm wird in luftiger Anordnung umgesetzt, wobei Räume  mit verschiedenen Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden können. Der Entwurfsgedanke unterstreicht den historischen Hintergrund und bietet den geeigneten Rahmen für einen erfolgreichen Neubeginn in Verbindung mit der vollzogenen Umbenennung des Studentenwerks Weingarten in „Weiße Rose“.

     

    Auszeichnung

    2009 Wettbewerb, 3. Preis